Dienstunfähigkeitsversicherung für Zeitsoldaten
Als Zeitsoldat sind Sie bei Dienstunfähigkeit nicht ohne Absicherung, aber auch nicht so versorgt wie ein Berufssoldat. Die Höhe hängt stark davon ab, wie lange Sie schon dienen.
Was bei Dienstunfähigkeit eines Zeitsoldaten passiert
Ein Soldat auf Zeit ist nach dem Soldatengesetz zu entlassen, wenn er dienstunfähig ist. Festgestellt wird das aufgrund des Gutachtens eines Arztes der Bundeswehr. Die Entlassungsverfügung muss spätestens drei Monate vor dem Entlassungstag zugestellt werden.
Übergangsgebührnisse: Dauer nach Wehrdienstzeit
Wird das Dienstverhältnis wegen Dienstunfähigkeit beendet, erhalten Zeitsoldaten Übergangsgebührnisse. Sie betragen 75 Prozent der Dienstbezüge des letzten Monats. Wie lange sie gezahlt werden, hängt von der Wehrdienstzeit ab:
| Wehrdienstzeit | Dauer der Übergangsgebührnisse |
|---|---|
| 1 bis unter 2 Jahre | 1 Monat |
| 2 bis unter 3 Jahre | 2 Monate |
| 3 bis unter 4 Jahre | 3 Monate |
| 4 bis unter 5 Jahre | 12 Monate |
| 5 bis unter 6 Jahre | 18 Monate |
| 6 bis unter 7 Jahre | 24 Monate |
| 7 bis unter 8 Jahre | 30 Monate |
| 8 bis unter 9 Jahre | 36 Monate |
| 9 bis unter 10 Jahre | 42 Monate |
| 10 bis unter 11 Jahre | 48 Monate |
| 11 bis unter 12 Jahre | 54 Monate |
| 12 Jahre und mehr | 60 Monate |
Verkürzungen sind im Gesetz geregelt, zum Beispiel wenn sich ein Dienstverhältnis als Berufssoldat anschließt. Für Ihren Einzelfall gilt der Bescheid der Bundeswehr.
Übergangsbeihilfe und Berufsförderung
Wer mehr als sechs Monate Wehrdienstzeit hat, erhält zusätzlich eine Übergangsbeihilfe, die in einer Summe gezahlt wird. Die Berufsförderung bleibt bei Entlassung wegen Dienstunfähigkeit möglich. Wichtig: Die Berufsberatung ist nach dem Gesetz verbindliche Voraussetzung für die Bewilligung von Leistungen der Berufsförderung. Nehmen Sie sie deshalb früh in Anspruch.
Wo eine private Dienstunfähigkeitsversicherung ansetzt
Übergangsgebührnisse enden nach einer festen Zeit. Wenn Sie dauerhaft nicht mehr in Ihrem bisherigen Beruf arbeiten können, entsteht danach eine Lücke. Eine private Dienstunfähigkeitsversicherung kann dafür gedacht sein, hängt aber von Bedingungen und Gesundheitsfragen ab. Ob und wie viel Sie davon brauchen, besprechen wir anhand Ihrer Zahlen. Siehe auch Dienstunfähigkeitsversicherung für Soldaten.
Fragen und Antworten
Wie lange bekomme ich als Zeitsoldat Übergangsgebührnisse?
Das richtet sich nach Ihrer Wehrdienstzeit, von einem Monat nach einem Jahr bis zu 60 Monaten ab zwölf Jahren Wehrdienstzeit. Die Tabelle auf dieser Seite zeigt die Staffelung nach dem Soldatenversorgungsgesetz.
Gibt es als Zeitsoldat Ruhegehalt?
Ein Ruhegehalt ist für Berufssoldaten vorgesehen. Zeitsoldaten erhalten stattdessen Übergangsgebührnisse und Übergangsbeihilfe.
Quellen
- Soldatengesetz § 55: Entlassung von Soldaten auf Zeit
- Soldatenversorgungsgesetz § 16: Übergangsgebührnisse
- Soldatenversorgungsgesetz § 19: Übergangsbeihilfe
- Soldatenversorgungsgesetz § 5: Berufsberatung
- Soldatenversorgungsgesetz § 7: Berufsförderung
- Bundeswehr: Berufsförderungsdienst, Beratung und Förderung
Stand: Oktober 2026. Eduard Engl, Versicherungsfachmann (BWV). Allgemeine Information, keine individuelle Rechts- oder Anlageberatung. Maßgeblich sind Gesetz, Antrag und Versicherungsbedingungen.
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